Steile Anstiege, verwitterte Pfade und unerbittliche Rampen verlangen vom Bike und Fahrer alles ab. Unser E-Mountainbike steht vor der ultimativen Herausforderung: dem Uphill-Test. Wir haben das Setup präzise abgestimmt und gehen auf Antrieb, Motorleistung und die gesamte Mechanik ein, um die wahre Performance am Berg zu ermitteln.
Antrieb und Motorleistung
Beim Antriebskonzept eines modernen E-Mountainbikes spielt die Wahl des Motors eine entscheidende Rolle. Die Spitzenwerte der Motorleistung und das verfügbare Drehmoment bestimmen, wie souverän steile Passagen bewältigt werden. In unserem Test kam ein Mittelmotor mit 85 Nm Drehmoment zum Einsatz, kombiniert mit einer Peakleistung von 600 Watt. So lassen sich selbst steilste Rampen mit über 25 % Steigung zügig hochfahren.
Ein weiterer Faktor ist die Regelung der Unterstützung. Ein harmonisch abgestimmter Sensor erkennt Pedalkraft und Trittfrequenz, um die maximale Kraft genau dann bereitzustellen, wenn sie gebraucht wird. Verzögerungen oder abrupte Leistungsspitzen wirken sich negativ auf Balance und Traktion aus. Unser Testmodell lieferte eine sehr lineare Leistungsentfaltung und überzeugt durch eine feine Modulation im niedrigen Unterstützungsmodus.
- Leistungsspitzen: kurzfristige Boost-Modi für technische Passagen
- Sensorik: präzise Kraft- und Tempoerfassung
- Regelung: stufenlose Anpassung von 0 bis 100 %
Die Effizienz des Systems hängt zudem direkt vom Akku ab. Unser 720-Wh-Akku sorgt für ausreichend Reichweite, auch wenn man häufiger in den höchsten Unterstützungsstufen fährt. Die realen Werte lagen im Test bei etwa 800 Höhenmetern in Mountainbike-Gelände mit Nachschubreserve von rund 25 %.
Rahmen, Geometrie und Komponenten
Der Rahmen bildet das Rückgrat jedes E-Bikes. Hohe Steifigkeit und ein niedriges Gewicht sind hier oftmals ein Widerspruch, den es zu lösen gilt. Unser Prüfmodell setzt auf eine Carbon-Konstruktion mit integriertem Akku und geschmiedeten Lagerpunkten. Dadurch bleibt die Frontsteuerung stabil, während das Tretlager tief sitzt, um den Körperschwerpunkt optimal zu positionieren.
Die Geometrie ist gezielt auf Uphill-Touren ausgelegt. Ein flacher Lenkwinkel von 66° sorgt in Kombination mit einem kurzen Überstand für präzises Einlenken auf engen Serpentinen, ohne dass das Bike bei technischen Anstiegen zum Kippen neigt. In steileren Passagen verschiebt sich das Gewicht automatisch leicht nach hinten, was die Traktion am Hinterrad verbessert.
Federgabel und Dämpfung
Eine hochwertige Federung spielt im Uphill-Test eine zentrale Rolle. Die 140 mm Federgabel arbeitet reaktionsfreudig und verhindert ein Durchschlagen bei ruppigen Wurzelpassagen. Das hintere Dämpfungssystem ist so abgestimmt, dass es minimalen Pedalwipp zulässt, aber genügend Reserven für große Schläge bereithält.
- Material: Carbon-Hydroforming für maximales Steifigkeitsgewicht-Verhältnis
- Lenkwinkel: 66° für Wendigkeit und Kontrolle
- Sitzrohrwinkel: 75° für effizientes Pedalieren in steilen Passagen
Fahrverhalten und Bergauffahrt
Die wahre Prüfung findet jedoch auf dem Trail statt. Bodenkontakt und Traktion sind essenziell, wenn es um steiles Gelände geht. Die 29-Zoll-Laufräder mit griffigen 2,6er Reifen vermitteln ein sicheres Fahrgefühl und sorgen für gute Überrolleigenschaften. In Kombination mit dem perfekt abgestimmten Fahrwerk ergeben sich exzellente Klettereigenschaften.
Die Traktion hängt nicht nur von den Reifen ab, sondern auch vom Fahrwerks-Setup. Eine progressive Federkennlinie erlaubt es, ärgerliche Durchschläge zu vermeiden und gleichzeitig bei kleineren Stößen sensibel zu reagieren. So bleibt das Hinterrad auch bei ruppigen Passagen stets in Kontakt mit dem Untergrund.
Pendeltest und Steigfähigkeit
Während des Uphill-Tests wurden diverse Passagen mit bis zu 28 % Neigung befahren. Das E-Mountainbike meisterte diese ohne Schlupf am Hinterrad, wobei das Zusammenspiel von Motorunterstützung und Fahreigenschaften präzise abgestimmt ist. Die Steigfähigkeit wurde unter Last mehrfach überprüft, um reproduzierbare Werte zu erhalten.
Testmethodik und Bewertungsmessungen
Um objektive Resultate zu ermöglichen, wurde ein standardisierter Testparcours angelegt. Mit einem zusätzlichen Leistungsmesser am Kurbelarm wurden Wattwerte und Trittfrequenz aufgezeichnet. Gleichzeitig erfasste ein GPS-Gerät die exakte Höhenlinienführung, damit wir Steigungswinkel und zurückgelegte Distanz exakt nachvollziehen konnten.
- Leistungsmessung: Power2Max am Kurbelarm
- Neigungserfassung: GPS mit barometrischem Höhenmesser
- Temperatur- und Akkugeräte-Logging: um Performanceabfall durch Hitzeentwicklung zu vermeiden
Die Auswertung erfolgte nach festgelegten Kriterien: Beschleunigung, Konstanz der Unterstützung, Effizienz in Watt pro Höhenmeter und subjektives Handling. Nur so lassen sich fundierte Rückschlüsse auf die Alltagstauglichkeit ziehen.
Praxistipps für anspruchsvolle Strecken
Eine gute Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg im Uphill-Test. Reifenluftdruck sollte an den Untergrund angepasst sein: 1,4 bis 1,6 bar bieten genug Pannenschutz und ausreichend Grip. Darüber hinaus hilft eine saubere Kettenpflege, die Reibung im Antriebsstrang zu reduzieren und die Systemeffizienz zu steigern.
- Gewichtsverteilung: leicht nach hinten verlagern, um Blockieren des Vorderrads zu vermeiden
- Schaltung: frühzeitig in den richtigen Gang wechseln, um Motor und Akku zu entlasten
- Körperspannung: locker im Oberkörper, Beine aktiv in Balance halten
Wer diese Tipps beachtet, holt das Maximum aus seinem E-Mountainbike heraus und meistert jede Herausforderung am Berg souverän.