Mit dem neuen Allroad-Bike eröffnen sich Radfans ungeahnte Möglichkeiten: Ob unbefestigte Waldwege, Schotterpisten oder komfortable Asphaltstrecken – dieses Gravel-Bike vereint Vielseitigkeit und Sportlichkeit in einem. Unser umfassender Test untersucht die Stärken und Schwächen des Modells, beleuchtet technische Daten und zeigt auf, warum das Allroad-Bike als zuverlässiger Begleiter auf Touren aller Art gilt.
Design und Konstruktion
Der Rahmen des Allroad-Bikes ist aus hochwertigem 6061-Aluminium gefertigt und überzeugt durch ein modernes, aber zeitloses Design. Die schlanken, aber stabilen Rohre verleihen dem Rad ein geringes Gewicht und gleichzeitig eine hohe Robustheit. Besonderes Augenmerk liegt auf der Geometrie: Die verlängerte Oberrohrlänge in Kombination mit einem flacheren Steuerwinkel sorgt für eine ausgewogene Fahrlage zwischen sportlichem Rennrad und geländetauglichem Trekkingbike.
Der Lackaufbau in matten Farbtönen schützt vor Kratzern und UV-Einfluss, während interne Zugführungen das edle Gesamtbild nicht stören. Durch den Verzicht auf übermäßig breite Streben und große Aussparungen bleibt das Gewicht im Rahmen von rund 10,5 Kilogramm bei mittlerer Rahmengröße.
Ein markantes Detail ist der integrierte Ständeranschluss und die Möglichkeit, Schutzbleche sowie Gepäckträger nachzurüsten. So kann das Allroad-Bike im Alltag oder auf Mehrtagestouren punkten, ohne seinen sportlichen Charakter zu verlieren.
Am Hinterbau findet sich eine schlanke Strebenführung mit flexiblem Sitzstreben-Design, das Stöße vom Untergrund sanft absorbiert. Diese Kombination aus Steifigkeit und Dämpfungskomfort unterstützt eine kraftvolle Kraftübertragung auf das Hinterrad und erhöht zugleich den Komfort auf holprigen Abschnitten.
Ein weiteres Highlight ist das Unterrohr mit breiterem Profil, das die Montage eines Schutzblechs sowie eines Rahmentaschen-Systems ermöglicht. Damit erweist sich das Allroad-Bike als echtes Allround-Talent für Abenteuerabende im Gelände oder lange Alltagswege.
Die Zuverlässigkeit zahlt sich auf langen Strecken aus: Einmal korrekt eingestellt, bleibt die Performance auch nach stundenlanger Fahrt konstant.
Fahrverhalten und Komfort
Die größten Stärken des Allroad-Bikes offenbaren sich auf variierendem Untergrund. Das wendige Handling in Kurven geht Hand in Hand mit einem sicheren Geradeauslauf auf Schotterstraßen. Die ausgewogene Gewichtsverteilung und der lange Radstand vermitteln in schnellen Abfahrten viel Vertrauen.
Dank der modernen Rahmengeometrie und dem niedrigen Schwerpunkt liegt das Bike sehr ruhig selbst bei hoher Geschwindigkeit. Enge Passagen im Wald meistert es dank präziser Lenkung und leichtem Vorderradruck spielend. Auf längeren Touren entlastet die entspannt gestreckte Sitzposition Rücken und Nacken.
Serienmäßig verbaute 40 mm breite Reifen bieten eine gute Mischung aus Traktion und Rollwiderstand. Auf losem Schotter greift das Profil sicher, während sich auf Asphalt kaum Geschwindigkeitsnachteile bemerkbar machen. Für Freunde fettger Profilreifen bietet der Rahmen zudem Platz bis zu 45 mm.
Das verbaute Federungssystem am Vorderrad mit 30 mm Federweg schluckt Unebenheiten effektiv, ohne bei Beschleunigungen spürbar auszubremsen. Für Abenteuer im ruppigeren Gelände kann man sich auf ausreichende Reserven verlassen.
Bremsmanöver gelingen dank griffiger Scheibenbremsen mit 160 mm-Scheiben vorn und hinten punktgenau. Selbst bei Nässe überzeugt die Bremsleistung durch gleichmäßige Dosierbarkeit und kurze Reaktionszeit.
In Kombination mit der ausgewogenen Rahmensteifigkeit entsteht ein beeindruckender Mix aus Agilität und Laufruhe, der Ausdauersportlern genauso gefällt wie Bikepacker-Freunden.
Der Sattelbereich ist angenehm gepolstert und bietet auch auf Kopfsteinpflaster-Abschnitten eine spürbare Entlastung. Pedalanschlag und Tretlagerhöhe sind auf Offroad-Einsatz optimiert, ohne das Risiko von Pedalaufsetzen in Kurven unnötig zu erhöhen.
Ausstattung und Komponenten
Im Praxistest zeigte sich die verbaute 2×11-Gang-Schaltung als präzise und robust. Die Kombination von 48/32er-Kurbelblatt und 11–42er-Kassette erschließt eine breite Übersetzungsbandbreite für flache Passagen bis zu steilen Anstiegen. Dabei überzeugt die Schaltperformance auch unter hoher Belastung durch exakte, schnelle Gangauswahl.
Rahmenintegrierte Kabelzüge minimieren den Wartungsaufwand und schützen die Leitungen vor Schmutz oder Beschädigungen. Die hochwertigen Hydraulikleitungen sind sauber verlegt und lassen sich bei Bedarf problemlos nachspannen.
Viel Lob verdient der Lenker mit ausgeprägten Flare-Enden: Er bietet zusätzliche Kontrolle auf grobem Untergrund und sorgt für einen sicheren Griff in jeder Position. Die ergonomischen Lenkergriffe geben selbst auf langen Touren guten Halt, ohne Druckstellen zu provozieren.
Die Laufräder mit 700c-Felgen aus Aluminium sind verwindungssteif und leicht genug, um beim Beschleunigen nicht ins Träge zu kippen. Eingebaut sind tubeless-kompatible Reifen, was Pannenschutz und eine noch bessere Dämpfung gewährleistet.
- Komponentenqualität: Oberklasse-Shifter und präzise Schaltwerke
- Robuste Naben mit planem Abrollverhalten
- Felgenband und Ventile für schlauchlose Montage
- Ergonomischer Vorbau mit niedrigem Stack für sportliche Sitzhaltung
Auch das Cockpit lässt kaum Wünsche offen: Ein minimalistischer GoPro-Mount und ein GPS-Halter sind bereits vorbereitet. So ist das Navigieren im Gelände kein Problem, und Action-Kameras können einfach angebracht werden.
Der Montageaufwand für nachträgliche Zubehörteile wie Beleuchtung und Schutzbleche ist gering. Vorinstallierte Gewinde im Gabelschaft und am Hinterbau erleichtern den Ausbau individueller Ausrüstungsgegenstände.
Wartung und Pflege
Um die Langlebigkeit und Top-Performance zu erhalten, sollte man regelmäßig die Kette reinigen und schmieren. Dank leichter Zugänglichkeit aller beweglichen Teile gelingt die Inspektion auch in der heimischen Garage ohne Spezialwerkzeug.
Die innenverlegten Züge lassen sich mit einem Endoskop leicht kontrollieren und gegebenenfalls neu ölen. Ein vollständiger Bremsencheck empfiehlt sich nach intensiven Regenfahrten, um eventuelle Korrosion an Bremsbelägen zeitnah zu beheben.
Beim Tubeless-System empfiehlt sich ein Turnus von drei Monaten, um Dichtmilch aufzufrischen und Undichtigkeiten zu verhindern. Die Ventile sind präzise gefertigt und halten selbst bei tiefem Reifendruck dicht.
Der Rahmen zeigt sich nach einer Saison im Test ohne Kratzer unter dem Lack, da der matte Finish sehr widerstandsfähig ist. Kleine Steinschläge können mit einem Nachlackstift ausgebessert werden, um Rost vorzubeugen.
Einmal jährlich sollte die Steuerlagerung nachjustiert werden, um ein leichtgängiges Lenkgefühl sicherzustellen. Die genormten Lager lassen sich kostengünstig tauschen und sind bei allen guten Fahrradhändlern erhältlich.
Insgesamt fällt der Wartungsaufwand moderat aus: Wer sein Allroad-Bike regelmäßig pflegt, erlebt eine konstante Performance und kann lange von der Investition profitieren.
Für ambitionierte Fahrer, die das Bike auch im Winter einsetzen möchten, empfiehlt sich ein zusätzlicher Korrosionsschutz für die Kette und regelmäßiges Abschmieren der Bolzen an den Pedalen.